Kultur & Städte · Schweiz

Bern – Wo Geschichte und Gegenwart verschmelzen

Ein erfrischender Streifzug durch die charmante Schweizer Hauptstadt zwischen Tradition, Kreativität und Lebensfreude

Von Harald MeyerBern · Schweiz
Blick vom Rosengarten über die Altstadt von Bern
Blick auf Bern vom Rosengarten – im Hintergrund der Gurten, der Hausberg der Berner

Ein Wochenende in Bern: Stadt mit Seele und Stil

Bern ist keine Stadt, die sich aufdrängt. Sie entfaltet ihren Zauber leise – aber nachhaltig. Die Berner Altstadt, seit 1983 UNESCO-Weltkulturerbe, zählt zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtkernen Europas. Sandsteinfassaden, enge Gassen, Erker und die berühmten sechs Kilometer langen Lauben – die längste gedeckte Einkaufspromenade Europas – prägen das Bild.

Obwohl Bern sich seine historische Substanz bewahrt hat, schlägt hier der Puls einer modernen Hauptstadt. Das Bundeshaus, Sitz von Regierung und Parlament, ist nicht nur politisches Zentrum, sondern auch architektonisch beeindruckend. Die Stadtregierung verfolgt konsequent nachhaltige Strategien: Von autofreien Zonen bis zu e-Bike-Touren und City-Bikes „Velo-Bern“ – Bern will Vorbild sein.

Die belebte Kramgasse mit Lauben und dem Zytglogge-Turm
Die Kramgasse mit den berühmten Lauben und dem Zytglogge-Turm

Anreise & Mobilität – Komfort von Anfang an

Die Anreise gestaltet sich unkompliziert und stilvoll: Mit SWISS fliegt man bequem von Wien nach Zürich. In Zürich angekommen, genügt der Swiss Travel Pass, um unbegrenzt mit Bahn, Bus und Schiff durch die gesamte Schweiz zu reisen. Die Zugfahrt nach Bern bietet spektakuläre Ausblicke auf Seen, Hügel und charmante Dörfer.

Ankommen & Übernachten – Im Herzen der Stadt

Als Ausgangspunkt für die Stadterkundung empfiehlt sich das stilvolle Stay Kooook Bern City. Das moderne Hotel vereint urbanes Design mit funktionalem Komfort – perfekt für Individualreisende, die Wert auf Ästhetik und Flexibilität legen. Von hier aus sind alle wichtigen Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichbar, das Hotel liegt direkt bei den historischen Lauben, die Berns Altstadt prägen. Mit der Bern-App stehen einem als Hotelgast auch alle öffentlichen Verkehrsmittel gratis zur Verfügung.

Astronomische Monumentaluhr und Glockenspiel am Zytglogge
Zytglogge – astronomische Monumentaluhr und Glockenspiel

Tag 1: Kultur, Geschichte und Kulinarik

Das unbestrittene Herzstück ist der Zytglogge, der Zeitglockenturm. Mein Tipp: Kommen Sie unbedingt 5 Minuten vor der vollen Stunde, um das 1530 installierte Uhrwerk mit seinem Figurenspiel zu bestaunen, ein Meisterwerk der spätmittelalterlichen Mechanik. Um 12:00 Uhr kann man das ganze Spiel bewundern. Wer möchte, kann den Turm auch von innen besichtigen und den Ausblick über die Altstadt genießen.

Beim Mittagessen im Alten Tramdepot, das nicht nur mit traditioneller Schweizer Küche, sondern auch mit eigengebrautem Bier überzeugt, genießt man auch gleich einen prachtvollen Panoramablick auf die Aare und die Altstadt.

Am Nachmittag steht Kunst im Mittelpunkt: Das Zentrum Paul Klee, 2005 vom Architekten Renzo Piano entworfen, feiert sein 20-jähriges Bestehen. Im dazugehörigen Creaviva – einem lebendigen Ort für kreative Entfaltung – tauchen kleine und große Gäste in Klees Welt ein. In Mitmach-Workshops darf selbst gemalt, experimentiert und gestaltet werden – ein Erlebnis für alle Sinne.

Ein Dinner im Kornhauskeller, einem barocken Prachtbau mit imposantem Gewölbe, vereint kulinarische Raffinesse mit historischer Atmosphäre.

Die wellenförmige Architektur des Zentrums Paul Klee
Zentrum Paul Klee

Tag 2: Frühstück, Märkte und Natur

Der neue Tag beginnt genussvoll: Frühstück in der veganen Bäckerei „Bakery Bakery“ – hier werden mit viel Liebe handgemachte Backwaren serviert, von Zimtschnecken über das Gipfeli bis zum Sauerteigbrot, alles rein pflanzlich.

Kulinarisch wartet Bern – wie z.B. im Restaurant Dampfzentrale - mit traditionellen Spezialitäten wie der deftigen Berner Platte oder Rösti auf. Doch die Stadt ist längst kosmopolitisch: Die Palette reicht von vegetarischer Gourmetküche bis Streetfood. Besonders beliebt ist der Samstagsmarkt auf dem Bundesplatz, wo regionale Produzenten Käse, Gemüse und Blumen feilbieten.

Ein weiteres Highlight ist der Rosengarten, oberhalb der Altstadt gelegen. Über 200 Rosensorten blühen hier während der Saison – der Panoramablick auf die Altstadt und die schneebedeckten Alpen dahinter ist atemberaubend. Die Bronzestatue von Albert Einstein, der während seiner Zeit in Bern die Relativitätstheorie entwickelte, wacht über den Garten und über die Stadt.

Und natürlich darf der BärenPark nicht fehlen: Seit 2009 ersetzt er den historischen Bärengraben. Hier leben die Wappentiere der Stadt in einem artgerechten, naturnahen Gelände direkt an der Aare – ein Symbol für Berns Wandel im Umgang mit Tradition.

Albert-Einstein-Statue im Rosengarten mit Blick über Bern
Albert Einstein entwickelte in Bern die Relativitätstheorie

Tag 3: Brunch und Rodeln am Gurten

Am Sonntagmorgen geht es auf den Gurten, Berns Hausberg. Mit der modernen Gurtenbahn erreicht man mühelos den Gipfel, wo ein ausgiebiger Brunch mit Alpenblick, ein Freizeitparadies für die ganze Familie, die Sommerrodelbahn, die Sternwarte und Standort des Gurtenfestivals (16.-19. Juli) wartet – ein würdiger Abschluss eines inspirierenden Wochenendes.

Blick vom Gurten auf das Bundeshaus, die Regierungsgebäude und die Aare in Bern
Das Bundeshaus mit den Regierungsgebäuden – im Vordergrund die Aare, gesehen vom Gurten

Fazit: Bern – Die Stadt für Entdecker und Genießer

Bern bietet die seltene Kombination aus historischer Tiefe, kultureller Vielfalt und entspannter Lebensart. Die Stadt ist klein genug, um sich wohlzufühlen – und groß genug, um an einem Wochenende ein facettenreiches Programm zu bieten: von Kunst und Geschichte über Architektur bis hin zu Kulinarik, Shopping und Natur. Infos auf www.bern.com sowie www.switzerland.com

Es ist eine Stadt zum Bleiben, zum Entdecken, zum Wiederkommen. Nicht spektakulär, aber unvergesslich – eben typisch Bern.